Was will Wald - was kann Wald?

GEDANKEN ZUM WALD

Der Wald erfüllt vielerlei wertvolle und wichtige Funktionen. Er ist Lebensraum, Arbeitsplatz, Ort der Kraft und der Ruhe, Erholungsraum.

Anläßlich unseres derzeitigen Waldschwerpunkts – im Zuge dessen es auch einen Preis für klimafitte Waldbewirtschaftung gibt (https://stmk.gruene.at/waldpreis/) – habe ich mir auch ein paar ganz allgemein Gedanken zum Thema Wald gemacht, wie beispielsweise: was bedeutet für mich eigentlich der Wald? Wie hat sich meine Beziehung zum Wald über die Jahre verändert? Was bedeutet der Wald für andere?


KINDHEIT UND WALDWIRTSCHAFT

Für mich, der ich teilweise auf unserem Forstgut Burgstaller aufgewachsen bin, war der Wald natürlich der großartigste Abenteuerspielplatz. Gleichzeitig kann ich mich daran erinnern, wie mein Großvater und Vater gemeinsam den Wald bewirtschaftet haben – und auch an meine Trauer, wenn ein schöner, großer Baum gefällt wurde. Aus Sicht der Kinderaugen war das ein damals unverständliches Ereignis – dazu später noch mehr.

IST-ZUSTAND UND WALDGE(H)SPRÄCHE

Wenn ich jetzt an den Wald denke, denke ich zuallererst daran, dass er ein Lebensraum ist. Für mich soll bei allen 4 Waldfunktionen – Nutz/Schutz/Wohlfahrt/Erholung – dieser Gedanke meines Erachtens nach bei allen im Wald stattfindenden Tätigkeiten prägend sein. Wenn wir daran denken, was unser Aufenthalt in der Natur für andere bedeutet – sei es Pflanzen, Tiere sowie andere WaldnutzerInnen – dann können wir uns auch alle gemeinsam in diesem Lebensraum bewegen und ihn nutzen, ohne einander zu stören. Und schon wieder sind wir bei einem Wort, das mein politisches Wirken wesentlich prägt: „Miteinander“.

Meine ausführlichen Gedanken findet ihr im Podcast „Waldge(h)spräche“ des Waldverbands Steiermark, den ich kürzlich mit Maximilian Handlos aufnehmen durfte.

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BÄUME FÄLLEN?

Da hat sich seit meiner Kindheit doch einiges geändert. Holz, das langfristig als Baustoff verwendet wird, ist ein hervorragender CO2-Speicher, Wissenschaftler sprechen hier vom „2.Wald“, der über Produkte aus dem Wald realisiert wird. So kann Holz äußerst vielseitig verwendet werden, sei es als Plastikersatz oder mittlerweile sogar für Fahrräder oder tragende Teile von Kraftfahrzeugen. Ein bewirtschafteter Wald speichert so mehr CO2 als ein Urwald. Und eines muss man auch deutlich sagen: mit einem „Urwald“ hat unser Wald nichts mehr zu tun – seit Jahrhunderten wird der Wald bewirtschaftet. Unsere heutige Waldgesellschaft würde ohne Eingriff des Menschen gänzlich anders aussehen.

KLIMAFITTE WALDWIRTSCHAFT

Es wird wärmer. Das spürt auch der Wald, insbesondere unsere Hauptbaumart – mit knapp 60% Anteil die Fichte. So wird sie mancherorts flächendeckend zum Opfer des Borkenkäfers. Insofern ist es von essentieller Bedeutung, durch eine gute Durchmischung und Auswahl der Baumarten – mehr Laubholz, andere Nadelhölzer wie z.b. die Weisstanne- stabile Wälder zu erziehen, die auch gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Die Industrie wird sich ebenfalls darauf einstellen müssen, andere Hölzer zu verarbeiten, da der Fichtenanteil in den kommenden Jahrzehnten sukzessive zurückgehen wird.

WÜNSCHE AN WALDNUTZER*INNEN

Wenn ich mir etwas wünschen darf – dann ist es Neugier und Verständnis für all diejenigen, die den Wald für andere Dinge nutzen, als das man dies selbst tut. Ich selbst bin Forstwirt, Mountainbiker, mache die Ausbildung zum Jungjäger – und versuche immer, die Welt auch aus den Blickwinkeln anderer Menschen zu sehen. Bei der Veranstaltung Bike & Forst habe ich versucht, diese verschiedenen Blickwinkel auch anderen mitzugeben. Und ich kann nur empfehlen, anderen auch zu erzählen, was für einen im speziellen im Vordergrund steht, und aber auch mit offenem Ohr zuzuhören, wenn jemand erzählt, was ihm oder ihr wichtig ist und wo sich sensible Themen verbergen, an die man vielleicht gar nicht gedacht hätte. Miteinander!